Reza Tavakoli - in view of extension (17.04 - 17.05.2008) PDF Print E-mail

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In der Ausstellungsreihe  in view of Extension wird der Versuch unternommen den einzelnen künstlerischen Prozess als Summe von subjektiven Sichtweisen zu erschließen. Insbesondere soll der Dissens in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden. Das schaulager kunstbuero als  „Extensionzone“  wird Einblicke und Herangehensweisen fern des erprobten lokalen Kunstbetriebs ermöglichen.

Kuratorin: Betsabeh Aghamiri

Für Hamid Reza Tavakoli hat das Theater durch seine Repräsentation von Literatur im Verhältnis zur Theoriebildung in der Kunst fundamentale Bedeutung.
Bei der Realisierung seiner Installation hat er sich von einem in Persien bis in die späten 1950er Jahre von Stadt zu Stadt wandernden Erzähler mit einem Guckkasten (Shahre Farang) inspirieren lassen. Sein Objekt erlaubte den Besuchern einen Blick in sein Inneres zu werfen. Die Videosequenzen haben etwas Erzählerisches, verweisen auf literarische Stoffe wie Die Leiden des jungen Werther.
Jedes dieser Gucklöcher symbolisiert ein gelebtes Leben mit Obsessionen, Liebe, Macht und Tod. Die Besucher haben selbst die Wahl in welches sie blicken wollen, die Bilder sollen sie nicht verfolgen oder auf Sie einstürzen.
Der passive Zuschauer wird in eine voyeuristische Situation gebracht. Augenblicke die Spielraum für einen Dialog geben sollen.
An der Wand gegenüber steht eines der letzten Zitate von Johann Wolfgang Goethe. 
»Wer mich nicht liebt, darf mich auch nicht beurteilen«

Sentimentale Hoffnungen der Besucher, das eigene Verlangen beherrschen zu können, sollen erst gar nicht entstehen.


For Hamid Reza Tvakoli the theatre is of fundamental significance due to its representation of literature in relation to the development of theory in art.
The installation is inspired by travelling storytellers in Iran who still wandered from town to town with a peep show (Share Farang) up until the late-1950s.
His object allows the visitor to gaze within.The video sequences inside have a narrative quality alluding to literary sources such as, for example, Goethe's The Sorrows of Young Werther.Each of the peepholes symbolises a life lived with an obsession for love, power and death.
The visitors select for themselves which of the peepholes they want to view through, which is key to the artist as the images should not pursue, or "fall onto", the viewer.
The result is a voyeuristic situation for the passive recipient.
Moments that ought to allow a certain scepticism to arise for a dialogue.
One of the last quotations from Johann Wolfgang Goethe is pasted on the opposite wall "Wer mich nicht liebt, darf mich auch nicht beurteilen" (whoever does not love me may not judge me either).

This quotation forms the basis for understanding the images seen so that no sentimental hope arises among visitors of being able to control their own desires.